„Tourists don´t know where they´ve been, Travelers don´t know where they´re going“ – Paul Theroux

Wie wahr das obige Zitat doch ist – dieses Mal stimmte es nicht. Bevor mich meine Reiselust nach Island lotste, wußte ich ganz genau: Solltest du dieses geheimnisvolle Land irgendwann einmal bereisen, musst du unbedingt an einen ganz bestimmten Ort. Ich kann heute nicht mehr sagen, wo ich das besagte Fotomotiv das Erste mal sah, aber seitdem ich es das Erste mal sah hat es mich nicht mehr losgelassen. Dachte ich an´s Reisen, dachte ich an dieses Foto. Hat mir jemand etwas über´s Reisen erzählt, dachte ich an dieses Bild. Ich weiß nicht, ob du dieses Gefühl kennst, aber es gibt Dinge die fangen mich und lassen mich nie wieder los. Der erste Anblick dieses Orts war einer dieser Dinge. Im letzten Jahr war es wieder soweit – ich schaute mir zum zigsten Mal den Musikfilm „Heima“ der isländischen Musiker Sigur Rós an und da war es wieder: Das DC-3 Wrack der US-Navy am schwarzen Strand von Sólheimasandur in Island.

Die wirklichen Umstände des Absturzes sind meines Wissens nach bis heute unbekannt. Man sagt, es sei Treibstoffmangel gewesen und die Maschine ist deswegen am Strand „notgelandet“ von Island. Glücklicherweise kam beim Absturz 1973 niemand ums Leben.

DC-3 Flugzeugwrack in Island

Dieses Jahr sollte es endlich soweit sein. Ich habe mir einen meiner größten Lebensträume verwirklicht und einen der obersten Prioritätspunkte auf meiner Bucketlist abgearbeitet. Wobei abgearbeitet definitiv das falsche Wort ist… Island war für mich immer der absolute Inbegriff von Freiheit, Natur und Einsamkeit. Und genau all das hab ich dort gefunden.

Wie ich schon sagte, gab es ein Fotomotiv, dass mich nie wieder losließ. Ein Foto eines Flugzeugwracks inmitten eines kargen Nichts. Lange Jahre war dieses Flugzeugwrack sowas wie ein Staatsgeheimnis. Der genaue Standort wurde nur per Mundpropaganda weitergegeben. Eine offizielle Wegbeschreibung gab es nie, Straßenschilder mit Wegmarken schon gar nicht. Weißt du nicht wo es liegt fährst du unbeirrt daran vorbei.

Ein Flugzeug inmitten vom Nichts

Aber auch, wenn heute, mehr als 40 Jahre nach dem Absturz, relativ gut im Internet recherchiert werden kann wo das Wrack liegt ist jede winterliche Fahrt dorthin ein Abenteuer. Das Flugzeug liegt auf privatem Gelände, einen wirklichen Weg gibt es nicht, lediglich ein paar Fähnchen die dir mehr schlecht als recht den Weg weisen. So verwundert es mich nicht, dass nun nach mehr als 40 Jahren die Zufahrt dorthin von den Landbesitzern verboten wurde. Ich hatte das große Glück einer der Letzten zu sein, die die Kilometer von der Straße bis zum Wrack mit dem Auto fahren durften. Wenige Tage später wurde die Zufahrt nach mehr als 40 Jahren geschlossen. Allerdings muss ich dazu sagen, dass die Fahrt über die lediglich mit Fähnchen markierte Piste ein Abenteuer war. Trotz gut ausgerüstetem SUV und mit Spikes besetztem Reifen war die Fahrt eine Tortur. Wie sehr hätte ich mir Tiefschnee oder Eis gewünscht, aber keinen tauenden Schnee mit metertiefen Pfützen und eisverkrusteten Fahrrinnen… Und so musste natürlich passieren was passieren musste. Trotz Warnung rutsche ich mit dem dicken, geliehenen Gefährt in eines der tiefsten Löcher und zerkratze mir den halben Unterboden. Ein wahrlich göttliches Geräusch. Nicht. Eh nicht zu ändern, also pflüge ich mich weiter durch die tauende und halbgeforene Schnee- und Eisschicht während ich mich innerlich über die Idioten aufrege die abseits der Piste fahren. Und während du in Gedanken noch immer dabei bist einen passenden, relativ passablen Weg zu finden steht es auf einmal vor dir und dir stockt der Atem. Das DC-3 Flugzeugwrack inmitten vom Nichts…

Trotz oder vielleicht auch gerade wegen meiner Erwartungen kann ich den Moment nicht allzu lange genießen. Zu viele Touristen die den Weg gefunden haben und inzwischen sieht das Wrack leider mehr als mitgenommen aus. Allerdings gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass gerade wegen der neuen Sperrung der Piste durch die Landbesitzer das Wrack noch einige Jahre erhalten bleibt. Willst du das Wrack heute noch bestaunen musst du die 8km-Fußweg (4 hin/4 zurück) in Kauf nehmen und wirst dafür mit dem Sinnbild von Islands Einsamkeit belohnt.

Willst du dir das Wrack trotz des langen Fußmarschs selber anschauen ist dies gar nicht so schwierig. Zumindest, wenn man weiß wo es liegt…

  • Von Reykjavík aus kommend, fährst du einfach die Ringstrasse 1 Richtung Vik
  • Vorbei am Wasserfall Seljalandsfoss (in direkter Nähe zum Seljalandsfoss kannst du übrigens auch campen)
  • Anschließend geht´s weiter am Skógafoss vorbei. Hier am Skógafoss liegt übrigens einer der bekanntesten Trekkingpfade Island´s – der Laugavegur. Willst du allerdings die ganze Wanderung in Kauf nehmen musst du ca. 4 Tage einplanen 😉
  • Einige Kilometer hinter dem Wasserfall Skógafoss geht es in Richtung Sólheimarjökull Gletscher. Hier ungefähr beginnt auch der umzäunte Acker auf dem das Wrack liegt.
  • Fahrt bis zur Brücke und dem Tor auf der rechten Seite. Hier müsst ihr leider das Auto stehen lassen (ich durfte noch).
  • Ab jetzt geht´s 4km querfeldein zu Fuß. Du wirst dir die ganze Zeit Gedanken darüber machen, ob du noch richtig läufst, aber irgendwann taucht das Wrack hinter einer Erhöhung vor dir auf. Und vielleicht stockt auch dir dann der Atem…

Galerie DC-3, Iceland

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Über den Autor

Hi, ich bin Dennis. Blogger, Globetrotter, Music Lover und der Gründer von "stoptaste". Ich liebe und interessiere mich für viele Dinge, doch meine große Leidenschaft ist das Reisen. Könnte ich es mir aussuchen, würdest du mich in Flip Flops am Strand eines Ozeans, mit der Kamera in der Hand und dem Campingbus im Hintergrund, treffen.

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